Taylor-Regel

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Was ist diese "Bedienungsanleitung der Zentralbanken" eigentlich und was besagt sie?

Grundaussage

Die Taylor-Regel ist eine Reaktionsfunktion der Zentralbanken, sie beschreibt also, wie die Zentralbanken reagieren sollten, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt.

Sie besagt: "Die Zentralbank legt den Zins nicht willkürlich fest, sondern nach bestimmten Kriterien".

Dabei beobachtet sie vor allem zwei bestimmte Größen: Die Inflation und die Auslastung der Wirtschaft (also die Produktionslücke).

Zur Taylor-Regel gibt es eine schöne Analogie:

Die Zentralbank ist wie der Fahrer eines Autos. Der Fahrer möchte mit seinem Auto immer genau 100 km/h schnell fahren. Wenn der Fahrer beobachtet, dass er zu langsam oder zu schnell fährt, gibt er Gas oder er bremst. Je nachdem.

Die Taylorregel ist genau diese "Fahr-Anleitung" nur eben für die Zentralbank und die Wirtschaft:

Die Zentralbank vergleicht den Ist-Zustand von Inflation, Produktion und Wirtschaft mit dem angestrebten Soll-Zustand und reagiert entsprechend der Taylor-Regel:

  • Inflation zu hoch? -> Zins erhöhen.
  • Produktion zu hoch -> Zins erhöhen.
  • Rezession -> Zins senken.
  • Inflation zu niedrig? -> Zins senken.

Und so einfach ist das. Habe ich zuerst ehrlicherweise nicht geglaubt.

IS/MP-Modell

Die Taylorregel wird im IS/MP-Modell durch die MP-Kurve dargestellt.

Praxis in Aufgaben

Taylorregel in Formelform:

Heißt soviel wie: Um eine Steigerung der Inflation (pi) um x Prozent auszugleichen, muss die Zentralbank den Realzins r um x/2 Prozent senken. Damit ihr das gelingt muss sie den Nominalzins um x+x/2 Prozent erhöhen.